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der Tempelherren - Orden die Stellung über allem Gesetz und Hecht , die er hisher innegehabt hntte , einbüssen sollte , derselbe schien seinerseits entschlossen , sich mit Waffengewalt den Anforderungen des Königs zu widersetzen , das ganze Reich war in fieberhafter Erregung , und eiu offener Krieg schien zwischen den streitenden Gewalten unvermeidlich zu Sein . ' ) Dennoch kam es schliesslich nicht dazu ; in welcher Weise ein Ausgleich vermittelt ist , wissen wir nicht ; vielleicht darf mau vermutheu , dass König A mal rieh schliesslich doch den aussichtslosen Kampf mit der übermächtigen und ihm unentbehrlichen Kittergeuossenschaft zu vermeiden vorzog : jedenfalls hat der Orden irgend welche üblen Folgen seiner walttat nicht zu beklagen gehabt . Er fuhr fort , seine bewährte , sichtslos eigennützige Politik zu treiben und ungescheut gelegentlich seinen eigenen Vortheil auch um den Preis einer Schädigung des christlichen teresses zu fördern . Noch im Jahre 12G9 soll eine Sieg und Beute ver - b eissend e Unternehmung des englischen Prinzen Eduard dadurch vereitelt worden sein , dass der Hochmeister des Tempelherren - Ordens den ihm freundeten mohamedan¡sehen Fürsten insgeheim vor der ihm drohenden Gefahr warnte . * )
Es liesse sich noch manche ähnliche Thatsache anführen ; doch den die erwähnten wohl genügen , um die Behauptung zu rechtfertigen , dass der Orden der Tempelherren sich durch seine nur von weltlichen Machtinteressen bestimmte Politik frühzeitig in einen unlösbaren spruch versetzte mit seinem Ursprung und mit seiner Bestimmung . Man wird sich demuach auch nicht wundern können , den Orden schon zeitig in dem Verdachte stehen zu sehen , dass er es um seines eigenen Vortheils willen mehr mit den Mohainedanern als mit den Christen halte . * )
1 ) <¡ uileim . Tyr . XX , 29 - 31 .
2 ) S . die Zeugenuussage in dem engl ¡selten Tcmplerproccs« , Con eil . Uri - tannica II , 363 .
3 ) Michelet I , 187 — dixit sc frequenter audiisse quod propter nintiam fu - miliaritatcni , quam habebat frater Guilelmus de Hello Zoclio ( Wilhelm v . Beaujeu , Hochmeister 128G—91 ) —■ — cunt Soldano et Saraceni * , multa damna provcnenint Christiunis . Zur Zeit des WalTenstillstandes soll derselbe gar im Dienste des Sultans von Aegypten gestanden haben ( * . du Caugc , les familles d'outre mer 891 ) . Vgl . auch den charakteristischen Vorgang , den ein Zeuge , Michelet I , C4G , Tiber dieses Hochmeisters Handel mit aufsässigen Söldnern erzählt ( domus Anconitana ist los auf Accon zu beziehen ) . — Vgl . auch Vito Clementi« V . bei Bai uze , Vituo pontif . Avenioitens . I , 102 : ext it it repertum , quod ipsi magnum consilium , auxilium et fuvorem , communionem et confoederationem cum periidis Sarucenis ultra mure contra Christiunos habebunt . — Kin chentuliger Tempelherr soll der Vormund ge -