Titel:
Geheimlehre und Geheimstatuten des Tempelherren-Ordens
Beteiligte Personen:
Prutz, Hans Wikipedia
schuldig gemacht hatte. So zunäcltst im Jahn: 1154, wo Nassredin,- der
Sohn des Sultans von Aegypten, vor seines Vaters Nachstellungen flüchtend,
nach Palästina gekommen und von dem Tempelherren-Orden in eine seiner
Burgen aufgenommen, seine Hereitwilligkeit zum Christenthum überzutreten
zu erkennen gegeben und, wie es heisst, schon die ersten einleitenden
Schritte zur Ausführung dieses Vorsatzes gethan hatte, als der Orden auf
Grund der mit seinem Vater geführten Verhandlungen ihn plötzlich in
strengen Gewahrsam nehmen und mit Ketten belastet nach Aegypten
führen und dort ausliefern liess gegen Zahlung der allerdings colossale!)
Summe von angeblich GO 000 Goldstücken.1)
Viel anstössiger noch war ein anderer Vorfall, der denn auch zu einem
sehr ernstlichen Conflicte zwischen dem Tempelherren-Orden und König
Amalrich von Jerusalem geführt zu haben scheint. Im Jahre 1172 liess
nämlich der Häuptling der mohamedanischen Fanatikersecte der Assassine!),
der sogenannte „Alte vom Berge", dem König durch eine Gesandtschaft
erklären, er sei bereit mitsamint seinen Anhängern zum Christenthum
überzutreten, doch müsse man ihm den Erlnss des Tributes von jährlich
Ü000 Goldstücken erwirken, den er dem Tempelherren-Orden von Alters
her zu zahlen verpflichtet war. Obgleich mau wohl eigentlich kaum
annehmen kann, dass dieser Antrag ernstlich gemeint gewesen sei, und
nur eine List zur Erzielung unredlichen Gewinnes darin sehen möchte,
ging König Amalrich, wie es heisst, doch näher auf die Frage ein; kaum
aber erhielten die Tempelherren, deren Burgen bis dicht an das von den
Assassine!) bewohnte Gebiet heçangeschobcn waren, von dieser Anknüpfung
Kunde, als sie die Gesandten des Alten vom Berge auf der Heimreise in
dem Gebiete von Tripolis überfallen und tödten liesseu. Nicht bloss der
König fühlte sich durch diese roho und rechtlose Gewaltthat persönlich
schwer beleidigt, die ganze syrische Christenheit, welche durch die —
wohl nur trügerisch in Aussicht gestellte — Bekehrung der verrufenen
Mördersecte einen besonders glänzenden Triumph zu feiern gedacht hatte,
musste sich in unerhörter Weise herausgefordert fühlen. Der Ernst und
Eifer, mit welchem König Amalrich die Sache aufnahm, steigerte ihre
Bedeutung nur noch: es schien, als ob bei dieser Gelegenheit endlich auch
1) Guilelm. Tyr. XVIII, 9 (p. 833—34). Sind unter den aurei, deren der
Su|(an fur die Ablieferung seines Sohnes dem Orden 60 000 zu zahlen hat, die
liisaneti sarocenati ud pondus Accon zu verstehen — wie wahrscheinlich — so würde
c* sich für den Orden liei diesem Geschäft um einen Gewinn von mehr als einer
halben Million Franken an Metall-, ron c. 4 Mill. Fn*. Coiirswerth gehandelt
halten !