haben , da . s . s der Islam seinem Wesen nach ursprünglich dem Christenthum nicht absolut feindlich gegenüber stand : das bewies und erklärte zugleich der mächtige Einfluss , welchen die christliche Theologie auf die dogmatische Gestaltung der jungen mohamedanischen Lehre geübt hat , dann ferner die tiefgehende Einwirkung , welche die unfertige und doch gleich so grossen Verhältnissen anzupassende sociale Verfassung der urabischen Staaten von christlicher Seite her erfuhr ; endlich musste iu dieser Richtung auch wirken die auf allen Gebieten des ] ¿ebciis gleich starke Aufnahme christlicher Culturelemcnto in die erstaunlich schuell sich entwickelnde arabische Cultur . Diesem Verhältniss entspricht es denn auch , dass bis zu den Kreuzzügen hin ein principiell feindliches Verhältniss zwischen Christen und Mohamedanern durchaus nicht nachweisbar ist . und zwar auf dem religiösen Gebiete so wenig wie auf politischem und auf schaftlichem . Vielmehr werden die Beziehungen zwischen Christen und Mohamedanern bis zum Ausgange des eilfteu Jahrhunderts gekennzeichnet durch religiös« Duldsamkeit , die wir nur in vereinzelten Ausnahmen von der einen oder der anderen Seite verletzt sehen , durch gegenseitige regung , durch Austausch nicht bloss der l'roducte , sondern auch der Kenntnisse und Fertigkeiten und durch eine oft überraschend plnnmässigu und wohlbereclmete Pflege der gemeinsamen politischen und lichen Interessen .
Erst durch die Kreuzzüge ist dieses gute Verhältniss gestört , — ja mehr noch , ist dasselbe von Anfang an durch die ganze Art der von den Christen begonnenen Kriegführung unheilbar vergütet worden . Weiterhin aber hat sich das Eraukeuthuin , die in Palästina entstandene abendländische Colonie , zu jeder höheren Entwickelung als durchaus unfähig erwiesen : iu einer Raubwirthschaft sondergleichen haben die nach dem Osten schlagenen ritterlichen Abenteurer die Cultur des einst so herrlich blühenden I^audes schnell und vollständig zu Grunde gerichtet . Ueberhaupt muss man in Bezug auf die culturgeschichtlichen Wirkungen , welche von den Kreuzzügen und der durch sie bewirkten Berührung und Mischung abeud - ländisch - christlicher und morgenländisch - arabischer Zustände und richtungen ausgingen , au der nur zu oft verkannten Thatsache festhalten , dass die erobernden Christenschaaren au allgemeiner Cultur , wirtschaftlicher sowohl wie geistiger , ihren mohamedauischeu Gegnern durchaus standen , ja im Vergleiche mit diesen in mehr als einer Hinsicht geradezu als Barbaren bezeichnet werden konnten , dass daher von einem aus jenem grossen Kampfe gemachten Gewinn nlleiu bei den Pranken , den ländern . die Rede sein kann . Wie vielseitig derselbe gewesen , wie mächtig ,