Titel:
Geheimlehre und Geheimstatuten des Tempelherren-Ordens
Beteiligte Personen:
Prutz, Hans Wikipedia
aufbewahrt wurden und dem entsprechend nur bei besonders wichtigen
Gelegen heilen und Indien Festen au die OefTentlichkeit kamen, während
die anderen Ordenshäuser sieh iui Besitze weniger hochgehaltener Idolbilder
befanden; ja, nach einer Notiz inüssten wir annehmen, dass mauche Ordens-
ritter diesen Gegenstand ihres Götzendienstes in ihren Muutelsäckeu auf
ihren Reisen mitgefuhrt hätten. ') Doch handelt es sich dabei wühl nicht
um einen allgemeinen Gebrauch, sondern bezieht sich diese Mittheilung
wühl nur auf die Ordensobcreu und deren Reisen.
Sehr viel Kopfzerbrechen hat den früheren Bearbeitern dieses schwie-
rigen Gegenstandes eine Bezeichnung bereitet, welche diesem Idol') der
Tempelherren mehrfach beigelegt wird. Etliche nämlich von den Zeugen,
welche über diese Seite der teuiplerischcn Geheimlehre näher aussagen,
ueiuieu das Idol geradezu Baphomct. Dieser scheinbar völlig unver-
ständliche Nume, der obenein noch so stark an Mohamed anklingt, hat
zu den wunderlichsten Deutungsversuchen den Anlass gegeben. Man hat
ihn als einen Beweis ansehen wollen für die Herkunft der templerischen
Geheinilehre von dem Gnosticismus und ihn als fttjiov oder flatji)
fiijtig — d. h. also als „Geistestaufe" erklären wollen. Diese Ansicht aber
ist völlig unhaltbar.1) In dem Verhör vou Carcassonne erzählt ein Zeuge,
dass ihm bei seiner Aufnahme ein Stück Holz gezeigt sei, auf welchem
das „Bild des Ba plio in e t* abgemalt war.4) Zu Florenz sagt ein anderer
Zeuge aus, dass ihm und seinen Genossen das Idol vorgezeigt worden sei
bram. Vgl. die Aussage des Thomas Tocci de Tboroldcby ebenda*. II, 385: Audivit
postea, quod magna» magister habebat in diversi» locis Angüae tria capita recondita,
ibid. 362: — quod adret adire locuiu, ubi dcpoiicbatur quoddam caput deauratum
et ubi crani alia duo capita in regno Angliae.
1) Conci). Brit. Il, 3G3. — Aliqui Tcinplarii portant tuliu idola in coffriit
suis.
2) Bemerkt mag noch werden, das» auch über die Bedeutung des Idol-
kopfes nicht ulle Glieder des Ordens gleich eingeweiht waren, sondern
manchen eine andere Bedeutung desselben vorgefabelt wurde: vgl. Michelet 1,501
die Auslage des königlichen Almoscniers Guillaume d'Aramblay: Vidit super altare
frequenter qiioddam caput argenteum, quod vidit adorari a maioribus qui teuebant
capitulum, et nudivit dici quod erat caput unius ex undeeim milibus
virgin um, et hoc credebat ante captionem eorum; sed nunc propter illa quae audivit
de ydolis et de capitibus vdoloriim--suspicatur, quod esset caput ydoli, quia
videtur sibi quod haberet duas facies et quod est terribilis aspcctuset quod
haberet barbam argeiiteam.
3) Vgl. Loiseieur 97 11".
•1) Hayuouard I. c.: — «ubi erat depicta figuru Bafonieli."